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Funk

Sind mehrere Fahrzeuge zusammen unterwegs, ist eine Kommunikationsmöglichkeit untereinander ein grosser Vorteil. Absprachen für Tank-, Foto- oder Pinkelstopps, die Suche nach einem hübschen Platz für die Nacht, des am besten fahrbaren Wegs werden so erst möglich. Abseits vom Handynetz, ohne Konferenzschaltung und Roamingkosten ist Funk das Mittel der Wahl. 
 
Aber auch im Camp oder für von diesem ausgehende Aktivitäten sind Funkgeräte eine tolle Sache. Die Kommunikation auf einer Wanderung, beim Angeln, Biken oder auch nur beim Spaziergang mit dem Hund wird ausserhalb von Rufdistanz und Handynetz dadurch erst möglich.
 

Auf z.B. Wüstenetappen fährt man nicht nahe hinter einander her. Die Staubwolke des voran Fahrenden ist nicht nur lästig, sie sorgt auch für gefüllte Luftfilter. Also sucht sich jeder seinen Weg selber. Dabei kann man, da sich Pisten immer wieder auffächern oder sich die aktuelle Spur "im Nichts verliert", auch gut ausser Sicht, oder auf eine falsche Piste geraten. Abstände von 10 Km sind dabei keine Seltenheit und die Chance sich bei Reisen, wo man nicht von-Wegpunkt-zu-Wegpunkt fährt, zu verlieren ist gross !

Ohne Handyverbindung ist Funk, als ständig zur Verfügung stehende "Gratiskommunikation", unabdingbar. 

 
Nun gibt es aber eine Vielzahl von Funkbändern und dazu passenden Funkgeräten. Erschwerend kommt dazu: jedes Land "kocht sein eigenes Süpplein", was die Zuteilung von Funkfrequenzen betrifft, und längst nicht jedes Funkband ist für die Nutzung im Reisefahrzeug geeignet. Zum Anderen wären einige Funkbänder zwar gut geeignet, aber sie werden im Zielland nicht- oder nur von Behörden genutzt, die Geräte sind verboten, es braucht eine Lizenz usw. 
 
Wenn man sich beim Betreiben eines nicht bewilligten Funkgerätes erwischen lässt, drohen Strafen, und die Geräte können beschlagnahmt werden. Betreiben eines Funkgerätes heisst damit Funken und nicht bloss dessen Besitz oder Mitführen! Allerdings gelten in von "Spionen geplagten Ländern" eigene Gesetze... oder wie auch immer dies genannt wird. Grundsätzlich ist es in exotischen Ländern mit der Auslegung der Regeln sehr unterschiedlich, sie variiert von toleriert bis Spionageverdacht!


Auf dieser Seite geht es um die technischen Aspekte des Themas Funk und Funkgeräte im Reisefahrzeug und auf Reisen. Egal ob weltweit, oder auch "nur" im Nachbarland. Welches Gerät sie, auf welchen Frequenzen und in welchem Land einsetzen, ob mit oder ohne Lizenz, liegt in ihrer Verantwortung!

 

Geräte für den Betrieb in Reisefahrzeugen


Handfunk- oder Mobilgerät?

Handfunkgeräte sind toll, klein, leicht und günstig. Ladegeräte oder Ladeschale/n werden mit geliefert. Für Aktivitäten ausserhalb des Fahrzeugs, oder um sie einem zeitweiligen Mitreisenden abgeben zu können sind sie sehr gut geeignet. Für einen kniffligen Grenzübertritt lassen sie sich leicht im Reisefahrzeug verstauen.
 
Aber sie haben ein paar Nachteile:
  • Das Gerät muss im Einsatz senkrecht und griffbereit gelagert werden, trotzdem sollte es nicht tief in der Blechkarosserie versenkt werden, weil sich durch das Metall die Empfangsleistung massiv verschlechtert
  • Die Antenne ist im Fahrzeug im Weg (Handfunkgeräte auch beim Senden IMMER senkrecht halten!)
  • Die Antenne ist verkürzt, was den Wirkungsgrad deutlich verschlechtert
  • Aus einem Fahrzeug heraus sinkt die Reichweite deutlich
  • Sie sind schwerer als das Mikrofon eines Mobilgerätes
  • Sie werden mit Akkus betrieben und die haben die "Angewohnheit" immer dann leer zu sein wenn man sie braucht
  • Akkus an Handfunkgeräten haben durch ihre typische Nutzung eine recht kurze Lebensdauer
  • Bei noname Produkten kriegt man schon nach kurzer Zeit keine Ersatzakkus mehr
  • Bei Markenprodukten sind Ersatzakkus unsinnig teuer
Funkgeräte für den Mobilbetrieb bieten erheblich grössere Reichweite, Ausfall- und Verbindungssicherheit! Ihr Lautsprecher ist besser, dies sorgt für bessere Verständlichkeit. Mobilgeräte tun, im Gegensatz zu Handfunkgeräten, oft Jahrzehntelang störungsfreien Dienst. Aber auch sie haben ein paar Nachteile: 
  • Mobilgeräte müssen an- oder eingebaut werden
  • Für den kniffligen Grenzübertritt muss das Gerät getarnt oder abgebaut werden
  • Sie müssen korrekt an die Stromversorgung angeschlossen werden
  • Sie benötigen eine Antenne die ausserhalb des Fahrzeugs angebaut werden muss. Entweder muss dazu ein Loch in die Karosserie gebohrt-, oder wenn man ein Magnetsockel nutzt, das Antennenkabel knick- und quetschsicher ins Fahrzeug geführt werden

Tipp: Wer bei seinen Reisen auf eine sichere und stabile Funkverbindung über grössere Distanzen angewiesen ist, sollte ein Mobilgerät verbauen und zusätzlich ein Handfunkgerät mit nehmen. Wer nur selten Funk benötigt, für den tun es auch Handfunkgeräte.
 


CB-Funk 
(27 MHz, 11-Meter-Band)

Leicht betagtes (Bj. 2005) High-End CB-Funkgerät mit AM, FM, SSB, vielen Funktionen und max. 12 Watt Sendeleistung (erweiterbar)  Moderne Geräte mit ähnlichen Leistungen kosten um Fr. 250.--Modernes Multinorm-CB-Funkgerät, mit Separationskit. Das Gerät kann an gut belüfteter, sonst aber schlecht zugänglicher Stelle verbaut werden, nur die flache Bedieneinheit kommt ans Armaturenbrett. Preis (Stand 02.2016) um Fr. 85.--


Mit CB-Funkgeräten für den Mobilbetrieb, guten Antennen und einer ordentlichen Position im Gelände, sind stabile Verbindungen über Distanzen bis mindestens 20 Kilometer gut herzustellen. Mit fundiertem Funkwissen und der passenden Position im Gelände lässt sich diese Distanz auch auf 100 Km und mehr erweitern. Spezialisten gelingen damit auch DX-Verbindungen über tausende von Kilometern. Auf Autobahnen ist man dank Truckerfunk jederzeit über Staus und 'Glatteis'  (Polizeikontrollen) auf dem Laufenden. In USA und Kanada sind fast alle LKWs, Geländefahrer, Truckstopps, Abschleppdienste, Farmen und viele Tankstellen mit CB-Funkgeräten ausgestattet, und man kriegt fast immer jemanden ans Mikrofon.
 
Das Angebot ist riesig, vom einfachen Gerät, bis zum ultra-ausgestatteten Supergerät ist alles zu haben. Einfache Geräte sind günstig (Fr. 60 bis Fr. 100) und simpel zu bedienen. Geräte mit Luxusausstattung können gut und gerne Fr. 200 bis Fr. 300 kosten und bieten viele Features.
 
Dies alles spricht für den Einsatz von CB-Funkgeräten im Reisefahrzeug. Aber leider hat deren Einsatz auch ein paar Nachteile:
 
Der "grosse Haken", die Antenne
Damit ein Funkgerät senden kann, braucht es eine zur Arbeitsfrequenz passende Antenne. Diese Antenne muss eine bestimmte Länge aufweisen (mehr dazu hier). Beim CB-Funk würde diese Länge ca. 2.60 m betragen. Aber eine so lange Antenne lässt sich kaum am Reisefahrzeug anbringen und deswegen werden die handelsüblichen Antennen verkürzt, bis hin zu den an Handfunkgeräten benutzten 20-cm-Gummiwürsten. Leider nimmt der Wirkungsgrad der Antenne ab, je mehr sie verkürzt wird. Die erwähnte Gummiwurst kommt auf einen Wirkungsgrad von unter 10%. Weshalb mit Handfunkgeräten im CB-Funk nur Verbindungen von etwa 1 - 5 Kilometern möglich sind. (Die Reichweite von CB-Handfunkgeräten vergrössert sich enorm, wenn eine abgesetzte Antenne genutzt wird.)

Tipp: Mit einer Antenne, so etwa um 150 - 180 cm lang, hat man einen guten Kompromiss zwischen Antennenlänge und Wirkungsgrad.

Problematisch, Kunststoffkarosserien 
Ein Thema, dass neben vollintegrierten Reisefahrzeugen, auch den Bremach T-Rex betrifft: wegen der Kunststoffkarosserie kann die Antenne nicht einfach irgendwo platziert werden, sie braucht 'Masse' (mehr dazu hier) muss also mit einer genügend grossen, leitenden Metallfläche verbunden sein. Der Einbau in Kunststoffdach, Front- oder Seitenteile ist zudem problematisch. Antennen und ihre Sockel sind robust, Astschlag kann sie aus dem Kunststoff brechen. Auch ohne Astschlag kann der Kunststoff um den Antennensockel Risse bekommen. (Die Antenne schwankt bei der Fahrt und überträgt die Bewegung auf den Kunststoff. Risse entstehen und der Antennensockel bricht kreisförmig aus)

Am Bremach T-Rex bietet sich für eine sinnvolle und stabile CB-Antennenmontage der Bullbar, oder die Verstrebungen unter den Lampen an. Dies sorgt auch gleich für eine vernünftige Gesamthöhe, denn mit einer z.B. 150 cm langen Antenne auf dem Dach beträgt diese 4 Meter! Wichtig! Auf gute Masseverbindung achten.

Tipp: Die Antenne auf der Fahrerseite anbauen. Auf der Beifahrerseite besteht die Gefahr, dass Büsche und Bäume am Strassenrand sie beschädigen.

 
Knifflig, die Gesetze
Es ist nicht einmal im vereinten Europa gelungen, die vielen nationalen Standards zu harmonisieren, bzw. ist die Umsetzung der CEPT-Bestimmungen auf Länderebene noch immer nicht abgeschlossen. International ist die Flut an Bestimmungen unüberschaubar! Mittlerweile gibt es fast nur noch umschaltbare Multinorm-Geräte, welche mehrere Länderbestimmungen vereinen. Trotzdem sind CB-Funkgeräte in weiten Teilen der Welt akzeptiert, auch wenn sie nicht  explizit erlaubt sind! Notfalls hilft es das Gerät für den Grenzübertritt zu tarnen oder zu demontieren und (wichtig) auch die Antenne zu entfernen!
 
Fazit: Trotz einiger Nachteile, ist CB-Funk im Reisefahrzeug sehr gut geeignet! Die Geräte sind günstig, ihre Bedienung simpel und ihre Reichweite und Ausfallsicherheit sind deutlich höher als bei PMR-Geräten.


PMR-Geräte (446 MHz, 70cm-Band)


Links Profigeräte, rechts billige aber durchaus brauchbare "Baumarkt-Funken"Seit November 2015 auf dem Markt, das Midland GB1, das erste PMR-Mobilfunkgerät. Dank Anschluss an die Bordstromversorgung und Magnetfussantenne sind die grössten Nachteile der Handfunkgeräte beseitigt! Ein Konkurrenzprodukt ist das Team LCmobile PMR446 PR8122


PMR446 ist ein relativ neuer Jedermann-Funk für die Kurzstrecke, anmelde- und gebührenfrei und in allen europäischen Staaten zugelassen. Eine Liste der Länder ist HIER. Die PMR446-Geräte sind DER neue Standard des Kurzstrecken-Jedermannfunk. Heute sind für Fahrzeugkonvois, Gleitschirmpiloten und andere Outdoor-Aktivitäten praktisch nur noch solche Geräte im Einsatz. Aber auch Profis, von Baustelle bis Fahrlehrer, setzen diese kleinen, leichten und günstigen Geräte gern ein.
 
Mit PMR446-Geräten sind Verbindungen von 1 bis ca. 10 Km möglich, und auch im stark bebauten Gebiet kann die  Verbindung, dank Reflexion, über ein paar hundert Meter gehalten werden. Selbst aus Reisefahrzeugen mit Metallkarosserie heraus sind die bei Konvoifahrten üblichen Distanzen (wenige hundert Meter) gut zu überbrücken.

Die Auswahl an Geräten ist riesig, vom billigen Zweierset für Fr. 40.- bis zum teuren Profigerät für über Fr. 300.- pro Stück! Die Geräte sind in jedem Elektronikmarkt zu kaufen und gut irgendwo im Reisefahrzeug zu verstauen oder zu verstecken. Meist werden Ladeschalen mit 12-Volt-Anschluss gleich mitgeliefert. Zudem eignen sich die PMRs, dank ihren kleinen Abmessungen und dem geringen Gewicht, auch gut für Erkundungen zu Fuss. Sollten die Geräte beschlagnahmt werden oder muss man sie an einer Grenze zurück lassen, ist der finanzielle Verlust gering.
 
Eigentlich gehört in jedes Reisefahrzeug zwei solcher Funkgeräte; das Zweite kann einem zeitweiligen Begleitfahrzeug abgegeben werden, oder der Beifahrer nutzt es von ausserhalb des Fahrzeugs zum Einweisen auf schwierigen Passagen oder bei Erkundungen zu Fuss.
 
Je weniger  Features die Geräte mitbringen (Uhr, Radio, GPS, Vibroalarm usw.), desto länger bleiben ihre Akkus auch ausgeschaltet fit und die Geräte funktionstüchtig. Zudem sind sie erheblich weniger anfällig für Fehlbedienung. Profigeräte zeichnen sich durch marginale Ausstattung, wenige Bedienelemente, grosse Akkus und ein stabiles, wasserdichtes Gehäuse aus.

Neben der relativ geringen Reichweite, sind die Nachteile von PMR-Handfunkgeräten (wie bei allen Handfunkgeräten), dass sie mit Akkus betrieben werden und ihre Bedienung und Handhabung im Reisefahrzeug während der Fahrt umständlich ist. Zudem sinkt die Reichweite aus einem Fahrzeug heraus merklich!

PMR-Geräte werden meist als Zweierset verkauft.
 
Fazit: PMR-Geräte sind gut für Reisende geeignet. Günstig, leicht, überall erhältlich und in allen europäischen Ländern legal. Nachteile sind ihre begrenzte Reichweite und der Umstand, dass sie mit Akkus betrieben werden.
 

VHF, UHF Amateurfunkgeräte



Günstige (70 Euro) Twinband-Handfunkgeräte, VHF/UHF,  mit 5 Watt SendeleistungTwinband Mobilgerät Yaesu FT-7900 und Twinband Handfunkgerät Yaesu FT-60


Amateurfunkgeräte in VHF (2 Meter-Band, 144 - 146 MHz) oder UHF (70 cm-Band, 430 - 440 MHz) sind leistungsstark und sehr gut für Reisefahrzeuge und Reisende geeignet. Funkhandy's sind klein, haben viele nützliche Funktionen und ordentlich Sendeleistungen (5 bis 8 Watt). Mobilgeräte sind kompakt und bieten, neben tollen Funktionen, ganz ordentlich Leistung (meist 20 bis 50 Watt).

Mobil-Antennen für diese Bänder (sinnvolle Länge ca. 45 bis 100 cm) haben einen guten Wirkungsgrad und sind noch einfach am Reisefahrzeug an zu bringen. Beispiel von Wildwux  Die Reichweite von Funkhandy zu Funkhandy liegt bei  5 bis ca. 20 Km. Von Mobil- zu Mobilgerät deutlich darüber.

Ein Nachteil von Funkhandys auf längeren Reisen: Sie werden mit Akkus betrieben. Leider haben Akkus die "Angewohnheit" immer dann leer zu sein, wenn man sie braucht! Es gibt, neben einer Vielzahl von Ersatzakkus, Adapter um sie direkt am Bordnetz (Zigarettenanzünder) betreiben zu können. Mit externem Mikrofon und externer Antenne könnten sie fast zum Mobilgerät hochgerüstet werden. 
 
Mobilgeräte müssen ein- oder angebaut werden und brauchen eine abgesetzte Antenne. (diese erhöht allerdings die Reichweite erheblich!)  Ihr Vorteil, sie haben bessere Lautsprecher, höhere Sendeleistung, keine Akkus und ein Mikrofon ist leichter und angenehmer als ein Funkhandy vor dem Gesicht.
 
Fazit und Tipp: VHF/UHF Funkgeräte sind sehr gut für Reisende und Reisefahrzeuge geeignet. Die ideale Kombination ist ein Mobilgerät mit fest verbauter Antenne, zusammen mit einem Handfunkgerät für Erkundungen zu Fuss oder um es einem zeitweiligen Mitreisenden abgeben zu können.

 
Yaesu FT1DE mit FM und C4FMYaesu FTM-400XDE mit absetzbarer Bedieneinheit

VHF/UHF Funkgeräte mit digitalen Betriebsarten: Seit einigen Jahren auf dem Markt sind VHF/UHF Hand- und Mobilfunkgeräte, die neben analoger Sprachübermittlung in FM, zusätzlich digitale Betriebsarten zulassen, z.B. C4FM. C4FM funktioniert ähnlich wie Handys oder Smartphones im Time-Slot-Verfahren. Die Sprache und/oder Daten werden digitalisiert und in kurzen Interwallen gesendet. C4FM bietet neben normaler Sprachkommunikation auch Datenverbindung. So hat z.B. das Yaesu FT1D einen GPS-Empfänger eingebaut und kann dessen Daten an andere Geräte senden. Lange Erklärungen im Stil von: "Bei der dritten Tanne links und 3 Km geradeaus bis zum Bach" entfallen, man lässt sich via GPS leiten. Ebenfalls nützlich ist die "Out of Range-Funktion" die Geräte zeigen an, welche anderen Geräte gerade erreichbar sind. Selbst Bilder können übermittelt werden.

Erfunden von Motorola für Berufsanwendungen und adaptiert von Yaesu-Vertex-Standard, ist C4FM optimal für Expeditionen oder Reisen in grossen Gruppen.
 
Fazit: Der in kleinen Gruppen oder als Einzelfahrzeug reisende kann viele dieser Funktionen kaum sinnvoll nutzen. Zudem sind die Geräte recht teuer (Handfunkgeräte ab 300 Euro, Mobilgeräte ab 400 Euro)



VHF, UHF und CB-Funk ?

Alle Funkbänder die man auf Reisen nutzen kann, also VHF, UHF und CB-Funk in einem Gerät vereint? Ja, so etwas gibt es.

Euron MT 9500 EWuxun KG-UV 950P

"Kleine" Alleskönner:  Wuxun KG-UV950P oder Euron MT9500E sind nur zwei Beispiele. Das Euron-Gerät deckt die Frequenzen von 26-33 MHz, 47-54 MHz,134-174 MHz, 400-480 MHz ab und ist somit auf fast allen weltweit gebräuchlichen "oberen" Funkfrequenzen sendefähig. Dazu mit satter Sendeleistung von 50 Watt. Allerdings erfordern diese Geräte schon etwas  Sachverstand um sie betreiben zu können! Die Preise liegen um 300 Euro.
 
Fazit: Tolle Geräte, aber für den normalen Reisenden etwas Overkill ! Eher etwas für das Reisefahrzeug eines Tour-Guides, eines ambitionierten Funkfan oder den Funkamateur.



Yaesu FT 857DYaesu FT 897
 
"Grosse" Alleskönner: Für den Amateurfunk gibt es Alleskönner, die sowohl die gesamte Kurzwelle wie auch VHF/UHF abdecken. Viele Geräte lassen sich im MARS/CAP-Mode freischalten und haben dann eine gewaltige Bandbreite. Typisches Beispiel ist die Yaesu FT857/897 Baureihe. Freigeschaltet decken diese Geräte den Bereich von 1.8 - 56 MHz, 137 - 164 MHz und 420 - 470 MHz ab. Also eigentlich fast alles wo Sprech- oder Datenfunk betrieben wird. Dazu bieten sie mit bis zu 100 Watt viel Sendeleistung. Einziges Problem, die zur jeweiligen Sendefrequenz passende Antenne!
 
Fazit: Diese Geräte sind nicht günstig, (ab 800 Euro ohne Zubehör) und ihre Bedienung erfordert einiges an Sachverstand. Antennen, die die Möglichkeiten dieser Geräte unterstützen sind aufwändig, gross und je nach Modell auch recht teuer. Zudem können nicht-Funkamateure viele der Möglichkeiten die diese Geräte bieten nicht nutzen, weil ihnen schlicht das Rufzeichen fehlt. Für den normalen Reisenden sind solche Geräte sinnlos! 


Kurzwellen-Amateurfunkgeräte

10 Meter-40 Watt Amateurfunkgerät, deckt auch CB-Funkfrequenzen ab (darauf ein Antennentuner)160 Meter - 6 Meter Kompakt-Amateurfunkgerät mit 100 Watt Sendeleistung
 
 
10 Meter Kurzwellen-Amateurfunk: Das 10 Meter-Band (Amateurfunk 28 - 29.7 MHz) ist, analog den Einschränkungen des CB-Funk, auch für Reisefahrzeuge nutzbar und wird ausser von Funkamateuren auch von "Ost-Taxifunk", Fischern und DX-Piraten rege genutzt. Antennen sind, es ist ja eigentlich Kurzwelle, noch in "vernünftigen" Grösse im Handel erhältlich. Die Geräte sind relativ günstig und haben ordentliche Sendeleistungen, sie liegen bei 20 - 100 Watt und ihre Reichweite für "Daily use", liegt bei 20 - 100 Km. Bei ordentlichen Bedingungen sind auch weltweite Verbindungen möglich. Viele Amateurfunkgeräte für das 10 Meter-Band lassen sich auch auf das CB-Band (26.965 - 27.405 MHz) freischalten und können dort als "Super-CB-Gerät" genutzt werden. Ob man diese Leistung im Verkehr mit normalen CB-Geräten brauchen kann ist eher fragwürdig. Siehe dazu Sendeleistung-viel-hilft-viel-?? Preislich liegen diese Geräte zwischen etwa 150 und 300 Euro.

Kurzwellenfunkgeräte: Nicht nur Funkamateure, sondern auch professionelle Nutzer z.B. Leitungsbau, Kraftwerksbetreiber, Wasserversorgung, Fischereiflotten usw. nutzen mobile Kurzwellenfunkgeräte. Die Geräte haben meist eine Sendeleistung von 100 Watt und mit ordentlichen Antennen und einer Portion Funkwissen ist weltweite Kommunikation möglich. Funkamateure führen regelmässig ein Schwätzchen über hunderte oder tausende Kilometer. Antennen für den Mobilbetrieb sind allerdings recht gross. Damit sie einigermassen Wirkungsgrad haben sind sie meist um 250 cm lang und stellen schon hohe Anforderungen an den Montageort der Antenne. Portabelspezialisten und Profianwender führen deswegen gern eine leicht verstau- und aufbaubare Portabelantenne für den Betrieb im Camp, bzw. am Einsatzort mit. Die Preise beginnen so um 700 Euro.

In von "Spionen geplagten Ländern" kann das Mitführen von Kurzwellengeräten zu erheblichen Komplikationen führen. Auch heute noch, Jahre nach dem kalten Krieg, trifft man auf Kurzwelle Agentensender an, wo mit monotoner Stimme Zahlenreihen aufgesagt oder, moderner, im Burst-Mode Daten übermittelt werden... 

 
Fazit: Noch mehr als die "grossen Alleskönner" sind reine Kurzwellenfunkgeräte für Reisende nicht geeignet.
 

 
Rufzeichen: Ein Rufzeichen, bzw. eine Amateurfunklizenz ist an eine aufwändige Prüfung gekoppelt. In der Schweiz muss beim BAKOM erst der "Fähigkeitsausweis Amateurfunk" erlangt werden. Die technische Prüfung erfordert ein grosses technisches-, elektrisches- und elektronisches Wissen. Betreibt man Amateurfunk auch als Hobby, dann ist das natürlich OK. Aber bloss für die Kommunikation auf Reisen ist der Aufwand viel zu gross, trotz der mittlerweile erleichterten 'Novice'  (Klasse 3) Amateurfunk-Lizenz (Konzession). Zudem, um im jeweiligen Land legal zu Funken, bräuchte es ausserhalb der CEPT-Länder eine Gastlizenz. Die muss Monate im Voraus bei den zuständigen Stellen besorgt werden und ist, je nach Zielland, problemlos bis unmöglich zu kriegen. Geht die Reise gar durch mehrere Länder ist der administrative Aufwand schlicht idiotisch.  


Andere Geräte

Es sind noch eine Vielzahl anderer Geräte im Handel erhältlich, die sich aber ALLE nicht für unsere Nutzung eignen! Hier eine Auflistung:

Seefunk: Die leistungsfähigen und mit Unmengen an Zubehör gesegneten Hand- und Einbaugeräte (156 MHz bis 25 Watt) im Seefunkband sind nur für Marineanwendungen zugelassen. In Binnenländern sind diese Frequenzen anderweitig vergeben.

Flugfunk: Flugfunkgeräte (118 - 136 MHz) sind toll, leistungsfähig und für uns verboten. Hier kommt allerdings dazu, wilde Funker können die Sicherheit im Luftverkehr gefährden! Viele Funkstellen sind mit automatischen Peilvorrichtungen versehen, um in Not geratene Flugzeuge grob zu orten. Also für unsere Zwecke ungeeignet!
 
Betriebsfunk: Betriebsfunk ist nur National zugelassen. Jedes Land teilt diese Frequenzen individuell den Betriebsfunkbetreibern (also Firmen die Funkverbindung brauchen) zu. Es ist riskant, ein Betriebsfunkgerät im Ausland einzusetzen, weil man damit auch Behörden und Armee stören kann. Deren Nutzfrequenzen liegen oft im selben Bereich wie die Betriebsfunkfrequenzen.

LPD: (SRD434) Geräte in 434 MHz. Leider verfügen diese Funkgeräte bloss über eine äh... "grosszügige" Sendeleistung von 10 mW (0.01 Watt) und es wird behauptet, mit Schreien kommuniziere man über erheblich weitere Strecken. Normale Reichweite sind wenige Dutzend, bis wenige hundert Meter. Reisefahrzeuge mit Metallkarosserie sind so gut abgeschirmt, das man oft schon aus 100 Meter Distanz keine Verbindung mehr kriegt. Seit Januar 2006 dürfen LPD-Geräte in der Schweiz nicht mehr verkauft werden. Der Betrieb ist aber, wie im angrenzenden Ausland, noch bis (voraussichtlich) 2020 erlaubt.

Freenet: Die Funkgeräte im Freenet (149 MHz, 0.5 Watt) sind eine deutsche Erfindung und sonst nirgendwo zugelassen. Sie sollten auch nicht ausserhalb Deutschlands benutzt werden, weil diese Frequenzen anderweitig genutzt werden. Vorläufig noch bis Dezember 2025 zugelassen. Normale Reichweite von Handgerät-zu-Handgerät ist, je nach Gelände bei 1 - ca. 10 Km.

KDR: Das Schwedisch-Norwegische Kort Distanse Radio (444 MHz, Schweden 2 Watt, Norwegen 0.5 Watt) sollte im übrigen Europa nur mit bedacht genutzt werden, die Frequenzen liegen mitten im Behörden- bzw. Betriebsfunkband.

FRS und GMRS: Die in USA, Kanada und Mexiko verwendeten FRS (462/467MHz, 0.5 Watt) und GMRS (462/467MHz, 5 Watt) Geräte sind nur dort zugelassen. In Europa sind diese Frequenzen an Betriebsfunkbetreiber (in der Schweiz u.a. SBB-Zugfunk) vergeben, sollten also nur mit bedacht genutzt werden.
 
UHF CB: Gleiches gilt für die in Malaysia, Australien und Neuseeland im Offroad-Bereich sehr populären und ohne Lizenz benützbaren (477 MHz, 4 Watt) Geräte. Hier sollten sie nur mit bedacht genutzt werden, ihre Frequenz reicht in die in Europa für  DVB-T (digitales Fernsehen) genutzten Frequenzbereiche.
 
SRD860: Für die erst seit kurzem freigegebenen 860 MHz-Frequenzen (Sendeleistung 5mW =0.005 Watt) sind bisher (Stand 02.2016) bloss zwei Geräte im Handel verfügbar. Ob sich dieses Band jemals für Sprechfunkgeräte durchsetzen wird ist äusserst fragwürdig und so tummeln sich vorerst nur Alarmanlagen und Funkmikrofone auf diesen Frequenzen. Die Distanzen die man mit den altuellen Geräten überbrücken kann sind lächerlich.

SRD 2.4 GHz : diese Geräte (im weltweit zugelassenen, Lizenz- und Gebürenfreien ISM-Band) mit digitaler Übermittlung sind vorwiegend bei Firmen mit grossen Werksarealen in Verwendung, z.B. Gärtnereien. Dort macht auch die Möglichkeit von Einzel- oder Gruppenrufen Sinn. Für Reisende sind sie ungeeignet, da mit bloss 100 mW Sendeleistung im Gelände nur Strecken von ein paar hundert Metern zu überbrücken sind.

WLAN: Ja, das gibt es wirklich. Ein Funkgerät das WLAN nutzt. Bisher allerdings nur ein Gerät von ICOM, mit 100 mW Sendeleistung. Eigentlich gedacht für Areale mit flächendeckendem WLAN (Einkaufscenter, Fughafen, Krankenhaus usw.). Genutzt erst mal von Experimentierfreudigen... und Hackern. Ein spannendes "Spielzeug", aber für Reisende unbrauchbar, obwohl weltweit Zugelassen.


Wichtige Bemerkungen

vom [Wildwux]: Als Hobbyfunker (seit 1975), lizenzierter Funkamateur und einstigem Profi-Funkanwender mit  Erfahrung auch "ausserhalb der zugeteilten Frequenzen" möchte ich eine Warnung anbringen. Lediglich Amateur- Flug- und Seefunkgeräte arbeiten auf weltweit durch die ITU (mehr oder weniger) harmonisierten Frequenzen. Alle anderen, auch CB-Funk!! sind National zugeteilt. Viele Länder haben eine andere Frequenzzuteilung als hierzulande und so kann man sich mit seinem Funkgerät unvermittelt auf einer von Polizei, Armee oder anderen Behörden benutzen Frequenz befinden. Was zum Anlass genommen werden kann, anstatt einer Trockenübung mal einen echten "Feindsender" zu jagen! Eine Ahnung, wie überfüllt heutzutage die Funkbänder sind (z.B. in Deutschland der Bereich von 144 bis 174 MHz), bietet diese leider etwas veraltete Seite. Frequenzen

Mit PMR-Geräten ist man, trotz der nicht überall geschützten Frequenz, auf der sicheren Seite. Unter anderem auch wegen dem exclusiven (um 6.25 kHz versetzt) Kanalraster. Mit dem Midland GB1 ist das ideale Gerät für Fahrzeugkonvois auf den Markt gekommen. Den Regularien für PMR446 entsprechend, ist das GB1, seine Antenne und das Antennenkabel fest miteinander verbunden. Dies erschwert die Installation im Fahrzeug zwar, aber ein Umbau wäre leicht, es kursieren schon diverse Umbauanleitungen im www. Als Antwort brachte Team das Team LCmobile PMR446 PR8122 auf den Markt.

Möchtest du ein Funkgerät im Ausland betreiben und kennst die dortige Frequenzbelegung nicht, schalte es mal eine Weile (eher Stunden als Minuten!) auf Empfang. (CTCSS/DCS Decoder ausschalten !) Ist kein Funkverkehr zu hören, ist die Frequenz vermutlich frei.

Es gibt clevere Funkpiraten, die offene (MARS/CAP-Mode) Amateurfunkgeräte auf legalen Funkfrequenzen nutzen. Dabei das Gerät auf FM-N (je nach Gerät auch als Narrow band, 12.5 kHz Bandwidth, oder 2.5 kHz Deviation bezeichnet) umschalten ! Mit Handgeräten mit 5 Watt (bzw. Mobilgeräten mit 50 Watt) Ausgangsleistung auf den PMR446, FRS462/467 oder Australisch-Neuseeländischen 477 MHz Frequenzen kommt man ganz ordentlich weit, ohne das andere merken womit man funkt.

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