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Kühlerdichtmittel

Klassische Schadstellen an Wasserkühlern sind meist die Einführung der Kühlerrohre in die Sammelbehälter. Durch starke Vibrationen (z.B. Wellblechpisten) geraten die Kühlerrohre in Schwingungen und es kommt zu Rissen an den starren Übergängen. Deutlich seltener sind Einschläge von Steinen.

Ein Leck wie von einer Stecknadel gestochen oben link in einem T-Rex-Kühler

Wie flickt man das oben gezeigte Leck? — Eher nicht mit Küherdichtmittel …


 
"Diese verd... schei... Plörre!", pflegten wir jeweils herzhaft zu fluchen, wenn wir einen mit Kühlerdichtmittel behandelten Motor revidieren mussten. Überall und in jedem Winkel waren Reste davon zu finden und sorgten für Mehrarbeit. Klar, der Karren musste laufen und wenn der Kühler, das Thermostatengehäuse usw. tropfte wurde kurzerhand mit Kühlerdichtmittel "repariert".  (von Wildwux)

Bei modernen Motoren, mit ihren wassergekühlten Turboladern, Abgasrückführungen, Dieselrücklaufkühlern würde man das Dichtmittel in Teile einbringen, wo es nicht hin gehört und deren Kühlleistung verringern kann!

Wichtig: Dies betrifft in erster Linien die "alten" Kühlerdichtmittel, mit grobem Granulat, die nach wie vor im Handel sind. Moderne, Gel-ähnliche Kühlerdichtmittel sind in dieser Hinsicht erheblich zahmer!  Liqui Moly und Bar's Leaks  z.B. versprechen, dass es zu keinen Beeinträchtigungen in den Kühlkreisläufen komme!

Gel-ähnliches Kühlerdichtmittel (links) grobkörniges Dichtgranulat (rechts)

Zum "Glück" trifft man dies, dank geschlossener Überdruck-Kühlkreisläufe, heute nur noch selten an. Früher schraubte man einfach den Deckel am Kühler auf, schüttete Dichtmittel rein, Wasser hinterher und liess mindestens 10 Minuten den Motor laufen. Bei modernen Motoren ist dies nicht mehr so einfach. Heutzutage muss man sich den Zugang zum Kühler erst erarbeiten, Schläuche los schrauben und Kühlwasser ablassen, um Kühlerdichtmittel einfüllen zu können. Das Dichtmittel bloss in den Ausgleichsbehälter schütten ist sinnlos!

Bei moderneren Motoren, so etwa ab der Jahrtausendwende, werden Wasserkühler eingesetzt, die zum Teil aus Kunststoff bestehen. Diese können nicht mehr so ohne weiteres vom "begnadeten Mechaniker im nächsten Dorf" gelötet werden. Erst wenn die Leckage nicht von aussen mit Kitt oder 2 K-Kleber (bzw. Flüssigmetall*) repariert werden kann, der Wasserverlust  grösser als etwa 0.5 Liter/Tag ist, kommt man nicht umhin, Kühlerdichtmittel einzusetzen.

Der erfolglose Versuch, das oben gezeigte Leck zu löten

Kitt oder 2K Kleber (bzw. Flüssigmetall*) dichtet die Leckage und stabilisiert das betroffene Kühlerrohr, so das der Riss sich nicht vergrössern sollte. Wenn trotz abgestelltem Motor und abgelassenem Druck trotzdem Kühlflüssigkeit austritt, muss für die Reparatur der Kühler eventuell teilweise entleert werden.

Reparaturkitt möglichst tief zwischen die betroffenen Kühlerrohre ein drücken! Dazu ein passendes Werkzeug als "Stempel" benutzen. (BREMACH-Besitzer können z.B. den Motorhauben-Schlüssel nutzen!)

2K-Epoxidkleber (Araldit, UHU-Endfest o.ä.) wenn nötig mit Karton (Verpackungsmaterial) am davonfliessen hindern.  Bei grösseren Lecks, oder solchen die nicht genau lokalisierbar sind, kann man die betreffenden Kühlerrohre "Eingiessen". Also hinten und vorne mit Verpackungsmaterial den Epoxidkleber am davon Fliessen hindern und die Zwischenräume (die Lamellen) "ein paar Zentimeter breit" mit Epoxidkleber verfüllen!
 

"Notfallpackung" für leckende Kühler
(aber auch für viele andere Anwendungen!)

Reparaturkitt, 2-K-Epoxidkleber und wenn es wirklich nicht anders geht, Kühlerdichtmittel.

Die Marken sind egal, sie sind alle etwa gleichwertig.

Tipp vom Wildwux: Bei warmem/heissem Motor den Deckel am Ausgleichsbehälter öffnen um Druck ab zu lassen. Danach wieder fest zu schrauben. Je nach Motor-Konfiguration** ein dickes Stück Plastik (z.B. Mülltüte) unter dem Deckel befestigen, oder den Überdruckschlauch abklemmen! Das sich abkühlende Kühlwasser sorgt für einen Unterdruck im Kühlsystem, was bei einem kleinen Leck ein Tropfen stoppen kann und man sich eventuell ein Teil- Entleeren des Kühlers für die Reparatur mit Kitt, 2K-Kleber oder "Flüssigmetall" sparen kann.


Erfolgreich: mit "Flüssigmetall" von Locktite das Leck verklebt und danach 1000 km Rüttelpiste überstanden


Es empfiehlt sich, dies schon vor der Reise etwas genauer an zu sehen und das dazu nötige Werkzeug und Schlauchbriden, um die Schläuche wieder befestigen zu können, in die Werkzeugkiste zu legen (ab Werk werden oft nicht lösbare Briden verwendet, die man dann destruktiv öffnen muss, um Kühlerdichtmittel abzulassen, damit die Reparatur möglich wird)


* Anmerkung: Flüssigmetall ist 2K-Epoxidkleber, dem Matallpulver beigemengt wurde. Für unsere Belange optimal ist Loctite EA3473 (schnellhärtend, 5 Minuten verarbeitbar, funktionsfest nach ca. 10 Minuten) Alternativ das etwas weniger rasante Loctite EA3471

** Anmerkung: Es gibt Deckel des Ausgleichsbehälters die ein Über- und Unterdruckventil verbaut haben. Leicht zu erkennen an einem daran befestigten Schlauch.

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