Türen und Kofferklappen


Türen

Eine Türe im Wohnaufbau ist sinnvoll, nötig und je nach Aufbaukonzept vom StvA vorgeschrieben, auch wenn der Wohnaufbau von der Fahrerkabine aus zugänglich ist. Türen sollten ihre Scharniere vorne haben, also in Fahrtrichtung zu öffnen sein, steht in der Richtlinie. "Ausnahmen können bewilligt werden". Achtung "können" heisst nicht "müssen"!!!
 
Wo die Türe verbaut wird, ob in der Aufbauseite- vorne, -mittig, -hinten, oder in der Rückwand, spielt von der Konstruktion her keine Rolle. Die Türbreite sollte nicht zu gross gewählt werden. Eine Breite von etwa 60 cm erwies sich in den meisten Fällen als ausreichend. Wichtig, der Türausschnitt schwächt die Struktur des Aufbaus!

Die Eingangstüre sollte nicht all zu hoch gebaut werden. Eine hohe Türe führt dazu, dass zwischen der Oberkante der Türöffnung und dem Dach nur noch ein schmales Stück Wand steht. Das kann zu Problemen führen, wenn eine Markise verbaut werden soll, denn diese braucht einen Mindestwinkel zur Horizontalen, da sonst das Wasser nicht zuverlässig abläuft und ein See entstehen kann, der die Markise beschädigt. Der Mindestwinkel ist durch die sich öffnende Türe (90° geöffnet) gegeben. Es hat sich bewährt, über der Türöffnung noch mindestens 15 cm Wand stehen zu lassen.

Bild links: Schrägansicht der Kofferseite, Bild rechts: Aufriss in Fahrrichtung gesehen

Moderne Türen aus Sandwichplatten mit Alu-Rahmen und Dreipunktverriegelung sind recht stabil, man sollte sich aber über deren Einbruchsicherheit keine Illusionen machen. Sie sind leider recht einfach zu Knacken, aber du verstehst sicher, das wir hier nicht genauer auf das "Wie" eingehen, obwohl die Vorgehensweise den Profis schon längst bekannt ist.
 
 

Kofferklappen


Kofferklappen sind teuer, schwer und neigen im Alter zu "Inkontinenz" sind aber eben auch sehr nützlich. Von aussen an das Campingzeugs, den Grill, die Säge oder sonstiges Werkzeug zu gelangen ist deutlich angenehmer als im Wohnaufbau herum zu Wühlen. Wie die Fenster verbrauchen sie aber wertvollen Platz und setzen der Innenraumgestaltung deutliche Grenzen, sollten also eher sparsam eingebaut werden. Bei Aufbauten aus Sandwichplatten ist es leicht möglich, eine Klappe nachträglich einzubauen. Aber eine mal eingebaute Klappe wieder los zu werden ist ungleich aufwändiger.
 
Eine grosse......oder mehrere kleine Klappen?
 
Grosse Kofferklappen und ihr Stauraum verbrauchen viel Platz im Innenraum und ihr mögliches Transportvolumen wird nicht oft voll ausgenutzt. Man sollte also schon bei der Planung genau überlegen, wie gross der benötigte Transportraum sein muss oder ob es vielleicht eine andere, temporäre Möglichkeit gibt das geplante Transportgut mit in den Urlaub zu nehmen.
 
Wichtig bei Kofferklappen, sie sollten mit dem selben Schlüssel wie die Türe zu öffnen sein! Man erspart sich damit langes suchen nach dem passenden Schlüssel und einen schweren Schlüsselbund.

Ob man eine grosse, oder mehrere kleinere Klappen verbaut ist Ansichtssache, beide Varianten bieten Vor- aber auch Nachteile:

Grosse Klappe

 
Vorteile
  • sehr gute Zugänglichkeit
  • auch grosses Transportgut kann leicht verladen werden 
Nachteile
  • schwächt die Struktur des Aufbaus
  • sind schwer und geöffnet belasten sie deswegen die Befestigungen
  • können sich verziehen
  • neigen im Alter zu Undichtigkeit
  • brauchen genügend Platz zur Seite, um sie zu öffnen (Parkplatz, in Fähren usw.)
 

Kleine Klappen

 
Vorteile
  • schwächen die Struktur des Aufbaus nur wenig bis gar nicht
  • sind leicht und belasten geöffnet die Befestigungen kaum
  • verziehen sich nicht oder nur sehr wenig
  • neigen kaum zu Undichtigkeit
  • lassen sich auch bei beengten Verhältnissen gut öffnen (Parkplatz, in Fähren usw.)
 
Nachteile
  • bei tiefem Stauraum nicht immer optimale Zugänglichkeit
  • kleine Klappen sind bezogen auf ihre Fläche teurer als grosse
  • grosses Transportgut passt nicht durch die Klappe


Heckgarage

Die bei vielen grossen WoMo's von-der-Stange verbaute Heckgarage für grosses Transportgut, z.B. Motorroller, sind bei Reisefahrzeugen auf BREMACH, IVECO oder SCAM-Basis nur schwierig zu verwirklichen. Die Heckgarage ist weit oben, ( >100 cm ab Boden) was lange Verladerampen erfordert und ein Verladen schwierig gestaltet. Schweres Transportgut so zu sichern, dass es sich auch bei der Fahrt über mieseste Pisten nicht verschiebt oder gar los reisst, ist sehr aufwändig. Zudem verbrauchen sie extrem viel Platz im Innenraum und werden über die Dauer des Fahrzeuglebens doch nur selten genutzt. Sie verschieben den Schwerpunkt ungünstig und animieren dazu, den grossen Raum auch irgendwie zu füllen, was sich letztlich beim Gewicht, Fahrverhalten und Verbrauch nieder schlägt.

Bildherkunft unbekannt

Bemerkung:
Möchte man ein Motorrad oder Motorroller auf die Reise mitnehmen ist die Transportmöglichkeit die BreMichel aus dem VMV konstruierte sehr sinnvoll. Sie ist dreh- und schwenkbar gelagert und ist demontierbar, kann also auch mal Zuhause bleiben.


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