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Küche + Kochen

 

Die Küche

 
Der Grundsatzentscheid Innen- oder Aussenküche, manchmal  kontrovers diskutiert, ist bei unvoreingenommener Betrachtung eigentlich gar nicht so kontrovers. Im Reisefahrzeug, dass für alle Jahreszeiten und Klimazonen vorgesehen ist, bietet eine Innenküche erhebliche Vorteile. Auch im "sonnigen Süden" kann es im Frühjahr mal ganz ordentlich kalt werden und auf den blühenden Rosmarin schneien!
 
Natürlich ist es nett, wenn man auch im freien Kochen kann, und wenn Gewicht und Platz es zulassen, warum nicht eine einfache Kochmöglichkeit für draussen mitnehmen?
 
Aussenküchen trifft man oft bei Fahrzeugen, die in den Subtropen oder Tropen eingesetzt werden an, weil dort Drinnen-Kochen zum Saunagang werden kann. Bei vielen anderen, z.B. auf Landrover- oder Toyota-Basis, liegt es schlicht am fehlenden Platz für eine Innenküche.
  

Innenküche 

Vorteile
  • Egal wie das Wetter ist, kochen ist kein Problem
  • Ein 2- oder 3-Flammenherd mit Spülbecken lässt Kochen wie Zuhause zu
  • In Ortschaften bleibt man vor neugierigen Blicken verschont
  • Meist mehr Ablagemöglichkeiten / Rüstplatz verfügbar als bei Aussenküchen
Nachteile
  • Dampf und Kochgerüche bleiben im Innenraum
  • Es kann ganz ordentlich warm werden
 

Aussenküche

Vorteile
  • Dampf und Kochgerüche bleiben draussen
  • Campingfeeling
  • Netto mehr Platz im Innenraum
  • Je nach Kocher kein Verbrennungsgeruch oder Russ im Innenraum
Nachteile
  • Bei Schlechtwetter oder Wind kann in der Aussenküche nur eingeschränkt oder gar nicht gekocht werden
  • Bei Brandgefahr ist offenes Feuer verboten (also auch der Kocher im Freien)
  • In Ortschaften etwas sehr "öffentlich"; in Ländern wie Indien, in Asien oder in Teilen Afrikas sind immer und überall viele Neugierige und Frager zur Stelle, die dann auch alles anfassen und erklärt haben möchten
  • Probleme mit Insekten (Fliegen, nachts: Mücken, Motten)
Bemerkungen
  • Das Campingfeeling verliert etwas an Reiz auf wochen- oder monatelangen Reisen.
  • Der Kocher sollte auch drinnen verwendet werden können, was aber beim Gaskocher mit abgesetzter Brennstoffversorgung für schwierige Schlauchführung sorgt.
    Eine flexible Lösung, die den Betrieb draussen wie drinnen erlaubt, ist hier dokumentiert.
 
 

Welcher Kocher?

 
 
Vergleicht man die Küchenzeilen der Von-der-Stange-WoMos über die letzten Jahre (Jahrzehnte), ist klar zu erkennen: die Küchen werden immer kleiner. Verständlich, will doch der Normalcamper die sauer verdienten 3 Wochen Urlaub nicht mit unnötigem "verbraten". So gesehen, haben einflammige Aufwärmkocher wie z.B. der Webasto Diesel Cooker X100 auch ihre Berechtigung. Für den Frühstückskaffee oder die kleine Mahlzeit unterwegs reichen sie vollauf. Die richtige Mahlzeit wird im Restaurant eingenommen, oder man kauft sich etwas essfertiges am nächsten Stand.

 

Anders der Fern- / Langzeitreisende oder Wildnisfan. Oft ist kein Restaurant oder ähnliches erreichbar und man muss selber Kochen. Sich wochenlange nur von aufgewärmten Dosenfutter ernähren zu müssen, ist nicht so toll.

 

Vor diesem Hintergrund, hier der Versuch einer Gegenüberstellung verschiedener Kocher.

 
 
 

Gaskocher mit Flaschengas

 

 
Gaskocher sind die weitaus am meisten anzutreffenden Kocher in Reisefahrzeugen und desshalb auch in grosser Auswahl und Preisgünstig in jedem Camper-Shop zu finden. Vom einflammigen Minikocher bis zum 4-Flammen Kochgerät mit Backofen ist alles zu finden. Installation und Unterhalt sind einfach, wer sich den Einbau nicht selber zutraut, kann das in den meisten Camper-Shops für wenig Geld erledigen lassen.

 

Gaskocher haben meist Leistungen von 1.6 KW pro Brenner, und 1 Liter Wasser ist in ca. 4 Minuten zum Sieden zu bringen. Der Gasverbrauch liegt beim 1.6 KW Brenner bei 105 g/h (Angabe von Dometic).  Ein Kilo Gas ergibt bei Vollleistung (100%) ca. 9 Stunden Brenndauer. Auf der niedrigsten Stufe (köcheln lassen) verbraucht ein Gasbrenner nur etwa 20%. 
 
So reicht ein Kilo Gas bei 2 Personen und täglichem Kochen für ca. 12 Tage (Erfahrungswert von 6 verschiedenen Gaskochern, 2 bis 4 Flammig, über eine Nutzungsdauer von total über 25 Jahre)
 
Es gibt aber auch Ausnahmen, so verbrauchte Dámedos mit Primus-Zweiflammen-Rechaud fast die doppelte Gasmenge.
 
In der Schweiz sind Propangasflaschen mit 2.75 kg, 5 kg, 7.5 kg und 10.5 kg Inhalt gebräuchlich, dies ergibt im Normalfall ca. 30 Tage bei der 2.75 kg Campingaz-Flasche, ca. 60 Tage bei der 5 kg PK-Gasflasche, ca. 90 Tage bei der 7.5 kg Composit-Gasflasche und  ca. 120 Tage bei der 10.5 kg PV-Gasflasche.
 

Vorteile

  • Hohe Leistung
  • Einfache Bedienung
  • Gut regulierbar
  • Geruchlos
  • Geräte sind günstig
  • Betrieb ist günstig
  • Nahezu wartungsfrei

Nachteile

  • Abwärme
  • Schwere Gasflasche (siehe Bemerkungen)
  • Um auf längeren Reisen flexibel Gas auffüllen zu können, müssen eigentlich zwei Flaschen an Bord sein
  • Platzbedarf für die Gasflasche (muss leicht erreichbar sein wegen Gashahn)
  • Viele nationale Standards für Flaschen, Anschlüsse und Druck am Kocher (siehe Bemerkungen)
  • Bei fehlerhafter Installation gefährlich!
Bemerkungen
 
"Schwere Gasflasche" relativiert sich: eine 7.5 Kg Composit/Light Kunststoffflasche wiegt gefüllt ca. 12 Kg
 
Flaschengas wird weltweit fürs Kochen genutzt und ist auch weltweit verfügbar. Aber die Anschlüsse und die Form der Flasche unterscheiden sich von Land zu Land. Um heimische Gasflaschen im Ausland zu füllen, gibt es im Zubehörhandel passende Adapter für fast jedes Land zu kaufen. Für längere Reisen empfiehlt es sich, vor Ort eine landestypische  Gasflasche mit Regler zu kaufen und den nötigen Anschlussschlauch bzw. Adapter für den Kocher von Zuhause mit zu nehmen.
 
Ein nicht zu vernachlässigendes Thema, was macht man nach der Reise mit der angebrauchten Gasflasche? Hat man noch andere Verwendungen für Flaschengas (Gartengrill) kann man sie dort Aufbrauchen oder dem Nachbarn zum Aufbrauchen ausleihen. Sonst bleibt nur, die Flasche trotzdem austauschen. Wer will schon mit der "weiss nicht wie viel noch drinnen ist" Flasche verreisen.

 

Spirituskocher

 
Bildherkunft Dometic

Die Spirituskocher haben eine nicht kleine Fangemeinde (oft als Spiritisten bezeichnet). Leider ist die Leistung dieser Kocher etwas bescheiden, um 1 Liter Wasser zum Kochen zu bringen braucht es um die 10 Minuten. Die Auswahl ist klein, es gibt eigentlich nur einen namhaften Hersteller, Dometic, mit der Origo-Baureihe. Etwas lästig ist das leichte Russen der Spirituskocher. Der Tank des 2-Flammen-Origo hat Platz für je 1.2 Liter Spiritus und reicht für etwa 4 Stunden Brenndauer. (Angaben von Dometic)

 

Vorteile

  • Einfache Bedienung
  • Gut regulierbar
  • Leicht 

Nachteile

  • Schwache Leistung
  • Je nach Brennmittel oder Beimischung Geruchsbelästigung
  • Je nach Verunreinigung leichtes Russen
  • Je nach Land teuer im Betrieb, da hoher Brennstoffpreis

Bemerkungen

  • Brennspiritus oder andere Alkohole sind nicht in jedem Markt, Souk, Supermarkt usw. einfach auffindbar. Eventuell muss man bei Putzmitteln, Werkzeug, Brennstoffen oder in der Spirituosenabteilung (!) nachsehen bzw. nachfragen.
  • Diese Lösung vereint die Vorteile von Spirituskocher und Benzinvergaserkocher auf der Basis des Origo.
 
 
 

Diesel-Cerankocher von Webasto

 
Bildherkunft Reimo

Die auf den ersten Blick attraktiven Einflammen-Dieselkocher von Webasto (Diesel Cooker X100) haben ein paar gravierende Nachteile. Ob man damit leben kann, sollte man sich vorher gut überlegen! Die Leistung liegt bei 1.8 KW und sie haben nur ein Kochfeld, daneben liegt ein Warmhaltefeld. Leider braucht der Kocher eine Vorwärmzeit von ca. 4 Minuten, ein Liter Wasser braucht so etwas über 10 Minuten zum Kochen. 
 
 
 
Vorteile
  • Diesel ist immer dabei; keine Gedanken über Brennstoffvorrat nötig: Einsteigen und Abfahren
  • Kein Abgas im Innenraum dank Abgasführung nach aussen
Nachteile
  • Teuer
  • Der Kocher ist schwer
  • Ein Einbau mit Servicefreundlichkeit ist eine Herausforderung
  • Vorwärmzeit
  • Nur ein Kochfeld
  • Braucht Strom (also Verkabelung zum Küchenblock)
  • Braucht einen Aussenanschluss (ein Loch mit Ø65mm für Abgasrohr und Kühlluft nach aussen)
  • Wartungsintensiv
     
     
Weitere Nachteile, (Angabe von Campingprofi/Reimo): Beim Kochen wird immer das ganze Kochfeld heiss, auch wenn man nur schnell einen Kaffee kocht. Diese "Zusatzheizung" ist im Sommer nicht sehr beliebt. Geruchsbelästigung der Nachbarn auf dem Camping durch die Dieselabgase, bzw. beim Kochen mit offenen Fenstern ist auch ein Thema.
 
 
Bemerkungen 
  • Der Kocher sollte mindestens alle 3 Monate in Betrieb gesetzt werden um Ablagerungen im Brennstoffsystem zu verhindern
  • Alle zwei Jahre muss der Webasto-Cerankocher von einem Webasto-Service-Partner gewartet werden
  • Einmal jährlich ist der Dieselfilter zu wechseln.
  • Gemäss Einbauanweisung von Webasto soll das Ende der Abgasleitung auf der Fahrerseite liegen ?!? Dies würde eine massive Einschränkung bei der Innenraumgestaltung bedeuten.
Tipps von [Kompass Kopf] :

  • Die Pfanne muss einen flachen Boden haben 
  • Der Kocher sollte jeweils min 15 Min betrieben werden, damit eine Verrussung vermieden wird 
  • Wenn man den Kocher als erstes startet ist nach der Vorbereitung der Kocher schon warm
 
Ċ
ebax1oo.pdf
(1197k)
Wildwux,
03.08.2014, 00:27
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