Die Nasszelle

Eine Dusche im Reisemobil ist ein toller Luxus, aber es gibt auch ein paar gravierende Nachteile. Duschen braucht vie
l Wasser
und sorgt für sehr viel feuchte Luft, die wieder aus der Nasszelle, bzw. dem Wohnaufbau abgeführt werden muss. Bei warmem und trockenem Wetter ist eine gute Belüftung kein Problem. Aber bei kühlen- oder kalten Temperaturen, bei Regen, Schnee, Sturm, bleibt der Dampf im Wohnaufbau und verstärkt die bei solcher Witterung sowieso schon lästige Feuchtigkeit.

 

Zudem verbrauchen Nasszellen viel Platz, der eigentlich im Vergleich zur übrigen Fläche nur wenig genutzt wird. Es ist also sinnvoll, diesen Raum noch anders zu nutzen als nur zum Duschen.

 

Eine beliebte und durchaus sinnvolle Verwendung ist die Nutzung als "wasserdichter Wandschrank". Nach einer verregneten Wanderung werden nasse Kleider, dreckige Schuhe, Rucksäcke usw. in die Dusche gehängt und können dort in aller Ruhe abtropfen. Clevere Ausbauer sorgen dafür, dass die Standheizung die Nasszelle beheizen kann und nutzen sie so als Trocknungsraum. Die Toilette, sofern portabel, stellt man derweil wo anders hin.

 

Wohl die bekannteste und häufigste Zweitnutzung ist die Verwendung als Toilette. Hat man sich für eine portable Toilette entschieden, kann die Nasszelle auch noch anders genutzt werden. Bei einer fest eingebauten Toilette wird es mit der Nutzung als "wasserdichter Wandschrank" etwas schwierig. Man muss es sich als recht ungemütlich vorstellen, unter tropfenden Regenjacken und zwischen dreckigen Schuhen und nassen Rucksäcken zu sitzen...

 

Auch eine kluge Lösung: die Nasszelle wird als Schleuse genutzt, indem sie zwischen Eingangstür und Wohnraum platziert wird. Ein Lüften nach dem Duschen ist über die geöffnete Eingangstüre schnell gemacht und die Nasszelle beansprucht so kaum Platz. Bei dieser Lösung kommen die nassen Klamotten und dreckigen Schuh erst gar nicht in den Wohnaufbau. Der Nachteil dabei, bei jedem weiteren Aus- oder Einsteigen muss man sich durch nasse Klamotten schlängeln und über dreckige Schuhe steigen, deswegen dann halt doch Dreck und Nässe in den Wohnaufbau kommt. Stellt man die Toilette in die Schleuse, muss man beim Ein- und Aussteigen drumrum und sitzt der Eine, kann der Andere nicht rein oder raus ohne klettern... auch nicht grad die "netteste" Art der Annäherung!

  

Die platz- und kostensparende Alternative: gar keine Nasszelle. Draussen duschen und, wenn es das Wetter nicht zulässt, eine "Katzenwäsche" im Innenraum (mit zwei Litern warmem Wasser in einem Becken, Seife und Waschlappen wird man auch ziemlich sauber). Ein Vorgehen, das in vielen Teilen dieser Welt sowieso angebracht ist, weil nicht überall Wasser in solchen Mengen und Qualität verfügbar ist wie in Europa. Wer unter einem zwanghaften Hygienebedürfnis leidet, sollte sich überlegen, seinen Urlaub vielleicht anders zu gestalten als im Reisemobil weit abseits der Zuvielisation...


Allerdings gibt es Länder oder Momente, in denen es nicht opportun ist, offen im Freien zu duschen. Hier hilft ein Duschzelt mit Solardusche, das auch als Toilettenzelt benutzt werden kann (mit oder ohne gleichzeitige Solardusche ;-).


Wem ein Duschzelt zu wenig diskret ist, der kann sich mit einer mobilen Dusche im Innenraum behelfen, die aus Becken und Vorhang besteht. Das Duschbecken wird entweder fest in den Boden des Wohnaufbaus eingelassen, oder man behilft sich mit einem faltbaren Becken aus PVC (PVC lässt sich sehr gut und sehr dauerhaft kleben). Die Solardusche kann hierbei allerdings kaum nutzbringend eingesetzt werden, sodass mindestens eine Duschbrause mit entsprechendem Wassertank oder Durchlauferhitzer vorzusehen ist.


Jede Art von Duschmöglichkeit im Innenraum sollte mit einem Grauwassertank oder mindestens mit einem Grauwasserkanister vervollständigt werden, denn es ist teilweise nicht opportun, das Duschwasser einfach untern dem Fahrzeug auf den Boden plätschern zu lassen. Oder es ist sogar vorgeschrieben (öffentliche Übernachtungsplätze, Nationalparks, etc.), dass für eingebaute Duschen ein Grauwassertank mit einem bestimmten Fassungsvermögen pro Person vorhanden sein muss.


 

Es gilt auch hier: nichts gibt’s umsonst!

 
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