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Wasser

Wie viel Trinkwasser braucht man, wie gross muss der Tank sein oder wie viele Kanister müssen mit?
 
Gerade beim Wasserverbrauch scheiden sich oft die Geister. Bei Reisen mit mehreren Teilnehmern, sorgt das Thema Wasser immer wieder für Diskussionen. Kommen die einen für das 2-Personen- Reisefahrzeug mit 5 Liter pro Tag zurecht, brauchen andere 20 Liter pro Tag.

Bereist man Regionen, wo die Wasserversorgung nicht so komfortabel ist wie in Mittel- und Nordeuropa, kann  schon eine einzige unbrauchbare Wasserstelle, beim schlecht geplanten Reisefahrzeug oder zu grossem Wasserverbrauch, zu  "unschönen Diskussionen" unter den Reisenden führen! Oder wir finden zwar ein wenig Wasser, möchten es aber nicht den dort ansässigen Hirten und ihren Tieren "klauen" !

Die Wassertanks eines Reisefahrzeugs einfach vergrössern oder weitere Tanks einbauen, stösst irgendwann an Grenzen, platz- und gewichtsmässig. Auch sind längst nicht in jeder Region so ohne weiteres grosse Mengen sauberes Wasser zu kriegen!

Vorausschauende Planung ist nicht einfach! Aber letztlich sind Platz und Gewicht die entscheidenden Faktoren und man muss mit den Gegebenheiten klar kommen. 100 Liter Wasser reichen dann, nehmen wir obige Beispiele, für 5 oder für 20 Tage.

Nichts... schon wieder ein Brunnen ohne WasserEine Zisterne mitten in der Wüste! Aber das von weit her herangekarrte Wasser benötigen die Hirten für ihre Tiere...


Grundsätzlich:
Auch für ein Reisefahrzeug, das nicht für die Reise in trockene, wasserarme Regionen, oder Gebiete mit problematischer Wasserversorgung genutzt wird, sind mindestens zwei separate Wasserbehälter sinnvoll:
  • Trinkwasser
  • Brauchwasser (spülen, waschen, abwaschen)

Trinkwasser
wird nur aus möglichst sicherer Quelle aufgefüllt und behandelt (filtern, Micropur, etc.)

Einiges zur Trinkwasserbehandlung ist hier KLICK
 

Brauchwasser
wird bei jeder Gelegenheit auch aus unsicherer Quelle nachgefüllt.

Es gibt Regionen, da ist sauberes, gutels Trinkwasser nicht leicht zu kriegen. Schade, wenn man es für's Waschen "vergeudet".  Ein kleiner Brauchwassertank (gross muss er nicht sein, da man Waschwasser viel eher findet als Trinkwasser) ist da sehr nützlich. (Armee-) Wassersäcke oder Kanister sind praktische Alternativen zum fest eingebauten Brauchwassertank.
 

Kanister- oder Tanks?

Ob man sein Trinkwasser in einem- oder mehreren Tanks und/oder in Kanistern bunkert ist ein Punkt, über den man sich ein paar Gedanken machen sollte!
  
Hier ein paar Gründe für und gegen Kanister und Tanks:
 

Kanister



Vorteile:
  • Man kann so viele Kanister mitnehmen wie man braucht; in die Wüste mehr, nach z.B. Skandinavien weniger
  • An einem Brunnen mit zweifelhafter Qualität, verunreinigt man nur die leeren Kanister, die vollen bleiben sauber
  • Vorräte sind leicht zu kontrollieren
  • Wird der Inhalt eines Kanisters schlecht, verdirbt nicht der ganze Vorrat
  • Man ist sich über seinen Wasserverbrauch bewusster als bei
    grossen Tanks
  • Die Reinigung nach, oder auch wärend der Reise ist leicht
  • Unschön gewordene Kanister können als Brauchwasser- oder Schmutzwasserkanister weiter verwendet werden
 
Die wenigen Nachteile:
  • Grossverbraucher sind ständig am Kanister-Wechseln
  • Stauraum für die Kanister muss gut zugänglich sein
  • Eine gewisse Leckanfälligkeit der Kanister und ihrer Verschlüsse
  • Geht beim Hantieren mit den Kanistern im Innenraum etwas schief, wird's Nass...
 
 
Zu beachten:
 
  • Kanisterschleppen gehört auf Reisen abseits von Vollversorgung und Wasserhahn dazu. Ein Wasserhahn, auf den grad der Schlauch passt, ist kaum zu finden; oder der Hahn ist zu weit weg, eine Strasse liegt dazwischen, usw.
  • Ein Kanister kann an jeder Tankstelle oder öffentlichem Brunnen ohne viel Aufsehen gefüllt werden, auch wenn das Wasser im Land sonst eher knapp ist
  • Ein Stück Malertape mit Füll-Ort und Datum auf den Kanister geklebt sorgt für "durchschaubare" Wasservorräte.
  • Mit einer Tauchpumpe im Kanister funktioniert ein Spülbecken genau gleich wie beim fest eingbauten Tank. 
  • Ein Inlinefilter ist auch bei der Wasserversorgung aus Kanistern sinnvoll und leicht zu installieren.
  • Bei geschikter Installation ist ein "Kanisterwechsel" in wenigen Sekunden gemacht.
  • Faltkanister können im Leerzustand platzsparend verstaut werden, sind aber nicht gleich robust wie normale Kanister.
  • In vielen Ländern wird Trinkwasser in Kanistern verkauft; für "Kanisternachschub" ist also gesorgt 

 

Fest eingebaute Tanks

 

Vorteile:

  • Tanks können an unzugänglichen Stellen im oder unter dem Fahrzeug verbaut werden, lediglich eine  Wartungsöffnung
    muss zugänglich sein
  • Man muss nicht "alle 20 Liter" den Kanister wechseln 
  • Die erste Befüllung, Zuhause mit dem Schlauch, wird nicht zur Schlepperei
  • Für kürzere Reisen (einen Tank lang) konfortabler als Kanister
  • Da Tanks nicht gleich zugänglich sein müssen wie Kanister, kann man sie als Balast im Fahrzeug  plazieren

 

 
Und die Nachteile:
  • Einmal eingebaute Grösse ist nur schwer zu ändern

     

  • Findet man einen Brunnen, muss man das Wasser zum Bestand im Tank dazuschütten
  • Beim Nachfüllen ist eine Dosierung für eine ev. Behandlung schwierig (wie viel ist drinnen, und wie viel kommt dazu)
  • Je nach Einbauort ist der Füllstand nur schwierig zu kontrollieren
  • Kommt was in den Tank, das nicht rein gehört, ist der ganze Vorrat verdorben
  • Grosse Tanks verleiten zum verschwenden (ist ja genug da)
  • Die Reinigung kann umständlich sein

Zu beachten: Trinkwassertanks unterliegen einer Alterung und werden mit den Jahren spröde. Oder sie können stark verschmutzt, oder leck werden. Sie sollten so verbaut werden, dass sie ohne viel Aufwand ausgebaut- oder ausgetauscht werden können!

   

Der Kompromiss, oder von Beiden das Beste!   


Endlich erreicht man einem Brunnen. Da fragt man nicht mehr nach der Qualität, denn man hat sowieso keine Wahl! Der nächste Brunnen ist weit und dessen Qualität ungewiss.

Sinnvoll ist, das Wasser erst mal in Kanister zu füllen und zu behandeln, anstatt es gleich in den Tank mit dem Rest sicheren Wassers zu schütten! 
...ein Eimer und ein langes Seil sollte auch mit ins Gepäck!


Kanister sind toll, Tanks sind konfortabel. Wieso nicht beides nutzen?
  
Ein kleiner (60 - 80 Liter) Tank und 3 – 4 Kanister mit z.B. 20 Liter. Die Kanister werden bei jeder sich bietenden Gelegenheit gefüllt und wenn nötig mit Micropur behandelt. Findet man kein besseres Wasser werden die Kanister in den leeren Tank umgeschüttet und bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit wieder gefüllt, behandelt usw.

Für den Kurztripp, oder für Reisen in Gebiete mit guter Versorgung, bleiben die Kanister zuhause, oder können an schlecht zugänglicher Stelle im Fahrzeug "eingelagert" werden. 

Ein Beispiel, wie ein auf Tank- und Kanister basierendes Trinkwassermanagement auf längeren Wüstenreisen ausschauen kann, wird hier vorgestellt:  Trinkwassermanagement von Wildwux 

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