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Reserverad, Ersatzreifen

Ein Reserverad muss bei Reisen dabei sein. Die bei PKW heute gern beigelegten Dichtmittelsets mit Reifenreparaturspray sind nur für kleine Beschädigungen geeignet, (dünne Nägel oder Drahtstücke). Sie scheitern aber schon bei etwas grösseren 'Eindringlingen' und erst recht bei den an unseren Fahrzeugen genutzten, grossen Rädern mit ihrem im Vergleich riesigen Volumen und der enormen Fläche im Reifeninnern. Zudem sind diese Sprays berüchtigt dafür, dass sie auch mal unerwartet auf einer Rüttelpiste von selbst losgehen können.


Bemerkung: Der Reifen eines Kleinwagen, z.B. 155/60R14 hat grad mal 6 Liter Volumen, ein grosser PKW-Reifen, z.B. 205/65R15 hat 14 Liter. Ein 315/75R16 Reifen hingegen hat ein Volumen von etwa 48 Liter, ein 255/100R16 und 285/70R19.5 von 43 Liter ! Hat man beim Kleinwagen mit der "Spraydose" noch eine gewisse Chancen den Reifen dicht zu kriegen, ist dieses Hilfsmittel bei unseren Reifen meist untauglich.

Es gibt gute Reifenreparatursets, mit denen man auch etwas grössere Beschädigungen reparieren kann. Aber es sind ja nicht nur Nägel, Schrauben und Drähte, die man sich unterwegs einfahren kann, obwohl dies die häufigste Beschädigung an Reifen darstellt.

An Geländewagenreifen sind massive Schäden auf Fernreisen, abseits gut ausgebauter Strassen, gar nicht so selten. Ein übersehener Begrenzungsstein, oder ein in den Boden gerammtes stück Rohr (z.B. einstiges Verkehrsschild) am Strassenrand, dass man "passend" erwischt, und schon ist es um den Reifen geschehen. Aber auch ein Reifenplatzer durch Überbeanspruchung (hohes Gewicht bei hoher Geschwindigkeit) ist bei weitem nicht unmöglich !

Ist die Armierung der Karkasse erst mal gerissen oder durchschnitten, oder ein Reifen 'entmantelt' ist eine Reparatur auch für den begabten Buschmechaniker kaum mehr möglich. Genauso lassen sich Karkassenbrüche oder Laufflächenablösungen nicht reparieren, der Reifen ist endgültig im Eimer. 


Die an Reisefahrzeugen in unserer Kategorie gern eingesetzten LKW-Reifen (255/100R16 und 285/70R19.5) sind  zwar sehr stabil, aber trotzdem kann es mal sein, dass sich ein Reifen verabschiedet.
 
Die am T-Rex I oft zu sehenden 315/75R16 sind leider nicht immer und überall lieferbar und gehören, (ganz im Gegensatz zu den 255/100R16 oder den 285/70R19.5 ) nicht grad zum Stabilsten was es gibt.

Gerade auf Fernreisen, weit weg von Europa, Australien oder Nordamerika ist es nicht einfach einen solchen Reifen auf zu treiben. Bei Reisefahrzeugen, bis 4.5 Tonnen auf 315/75R16 ist es bestimmt eine Überlegung wert, ob man nicht einen Ersatzreifen mit sich führt. Es muss nicht ein nagelneuer Reifen, oder gar ein komplettes Reserverad (also Reifen und Felge) sein. Einen Reifendienst, Bau- oder Landmaschinenmechniker oder eine Werkstatt, die den Reifen aufziehen kann, lässt sich in fast jedem Dorf finden.

Vorausschauende Reisefahrzeugbesitzer sorgen vor, indem sie bei einem anstehenden Reifenwechsel, den Besten der 'Abgelatschten' beiseite legen, um ihn eventuell irgendwann auf die grosse Reise mit zu nehmen, oder ihn einem anderen  Fernreisenden zu überlassen.


Auch das Reserverad nutzen!

Um eine gleichmässige Nutzung der Reifen zu gewährleisten, empfehlen wir, die Reifen spätestens alle 10'000 bis 20'000 km von der Vorderachse auf die Hinterachse zu tauschen. Dabei das Reserverad mit in den Tausch einbeziehen!


Es ist gerade bei Reisefahrzeugen NICHT zu empfehlen, nur 4 Räder zu tauschen und das Reserverad zu "schonen", bzw. es  für einen späteren Satz Reifen als Reserverad zu bewahren. 

Durch den Abrieb kann es zu deutlichen Differenzen im Umfang zwischen Rädern "in use" und dem nie genutzten Reserverad kommen, was bei einer Reifenpanne und Radwechsel mit anschliessender, langer Fahrstrecke zu einer unnötigen Belastung der Differentiale führen kann. 

Reifen altern, sie verspröden (nicht nur durch UV-Strahlen) auch auf dem Reserverad! Gerade bei Reisefahrzeuge die keine grosse Jahres-Kilometerleistung haben, kann ein "beim zweiten Reifensatz" genutztes Reserverad ziemlich in die Jahre gekommen sein. Solche "Glasreifen" können unter Umständen nicht mehr als Reserverad eingesetzt werden, ohne schnell Schaden zu nehmen. Erst recht auf Sand- oder Schotterpisten und/oder bei grosser Hitze !

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